Hilma af Klint, die Malerpionierin mit dem Draht nach oben im Lenbachhaus München

Sie war zweifelsfrei eine gute Malerin, als sie als junge Frau an der Akademie in Stockholm als eine der wenigen Frauen Kunst studierte. Allein das war schon eine Besonderheit in damaliger Zeit und, im Gegensatz zu Deutschland,  im liberalen Schweden möglich. Geboren 1862, malte sie zunächst, was man von den malenden Frauen der Zeit erwartete: Landschafren, Blumen und Portraits, allerdings von feiner Sensibilität und mit einem feinstofflichen Gespür für die Farbstimmungen des Lichtes. Zu viel individuell Schöpferisches sprach man den Malerinnen der Zeit ab, denn wie hieß es so schön " zu viel Kreativität vermindert die Gebärfähigkeit". Doch es gab noch eine andere Hilma af Klint. Eine, die inensive spirituelle Erfahrungen machte und diese in ihren großformatigen Bildern manifestierte. Sie wollte der Welt etwas mitteilen, doch die Zeit war noch nicht reif und so zeigte sie diese Bilder nicht in der Öffentlichkeit. 

In der Ausstellung in München sieht man ihre Bilder zusammen mit Georgiana Houghton und Emma Kunz. Völlig unabhängig voneinander entwickelten sie in der Schweiß, in Schweden und in England eine Kunst, die ihrer Zeit weit voraus war und den Ansatz hatte, Übersinnliches, Geistiges und die Naturgesetze zu thematisieren. Sie empfingen Botschaften aus der  "höheren Welt", worauf der Titel der Ausstellung  "Weltempfänger" verweist.

Mich haben diese übergroßen, sturkturierten und irgendwie  befremdlich-anziehenden Bilder von Hilma af Klint fasziniert. Als die Malerin 1944 verstarb, verfügte sie, dass die Bilder erst 20 Jahre nach ihrem Tod öffentlich gezeigt werden sollten. Vielleicht, um dann besser in die Zeit zu passen? Ich finde sie zeitlos, nicht zu zu ordnen und immer rätselhaft. Ob sie jemals entschlüsselt werden können? Af Klint hinterließ auch eine große Menge Zeichnungen und Tagebuchaufzeichnungen. Sie suchte Erklärungen und wandte sich auch an Rudolf Steiner, den Begründer der Anthroposophie, der ihr ein persönliches Gespräch jedoch verwehrte.

Mehr über Hilma af Klint sieht man in dem wunderbaren Film auf Arte, der noch in der Mediathek an zu schauen ist.

Die Ausstellung "Weltempfänger " ist noch bis zum 10. März 2019 im Lenbachhaus in München zu sehen.

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Karen Betty Tobias | Kunst & Kunsttherapie im Atelier im Rosa Haus mit den grünen Fensterläden
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